Das (ehemalige) Kapuzinerkloster in Poysdorf

Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Wolfgang Paar, e-mail: wpaar@nanet.at

Nachdem unser Wohnhaus im ehemaligen Garten des Kapuzinerklosters steht, haben wir uns natürlich ein bisschen mit der Geschichte dieses Klosters beschäftigt und wollen diese Informationen auch anderen über das Internet zur Verfügung stellen:

 

Das nebenstehende Foto zeigt den Kloster-komplex aus der Luft mit dem mächtigen Dreikantbau, als nördlichen (oberen) Abschluss der noch existierende Rest der abgerissenen Klosterkirche. Der hintere Teil der Schmiede von Herrn Josef Wessely war die ehemalige Sakristei.

Östlich (rechts) - gegenüber auf der Wiener Straße - die Hauptschule.

Leider existieren keine Bilder aus der Zeit des Bestands, lediglich auf zwei Votivbildern kann man schemenhaft einen größeren Gebäudekomplex erkennen. Auf beiden ist im Vordergrund ist das Wetzelsdorfer Tor und dahinter der Klosterbau zu sehen.
Untenstehendes Bild hängt in der Stadtpfarrkirche von Poysdorf, zu sehen ist hier nur kleiner Bildausschnitt. Die Bildunterschrift lautet: "Anno 1679, da in unser Österreich die Pest sehr Grascieret hat eine Ehrsahme Bürgerschaft in Poysdorf sich mit dieser Taffel und einer PROCESION alhero verlobet, ist durch die vorbitte der Heiligen Maria von diesen Übel erhalten worden. 1681"



Ein anderes Votivbild wird im Klosters der Wallfahrtskirche von Wranau (CZ) verwahrt. Nachstehend auch wieder ein Ausschnitt aus dem Bild. Hier lautet der Text unter dem Bild:
"Anno 1679, da in Unterösterreich die Pest sehr Crassiret, hat ein Ehrsame Bürgerschafft in Poystorff sich mit diser Tafel und PROCESSION anhero verlobt, ist durch die vorbitt der HimmelsKönigin Maria von Gott gnädigst Erhalten Wordten. 1681
Den 8ten May 1779 hat eine Löbliche Bürgerschafft auf neues fest geschloßen alle Jahr von Poystorff zahlreich mit der Procession zu Dancken, um abwendung der Pest. Du unbefleckte Jungfrau Maria Rein, bitte für unßer ganze gemein."


Ein weiteres Bild, das 1822 datiert wurde und von dem ein Foto im Atrium des Poysdorfer Rathauses zu sehen ist, zeigt eine Prozession oder eine Wallfahrergruppe, die die Wiener Straße hinauszieht. Hier ist kein Wetzelsdorfer Tor mehr erkennbar, jedoch das Marterl, das auf dem obigen Votivbild ebenfalls zu sehen ist. Das Kloster war zu diesem Zeitpunkt schon aufgelassen und die Kirche nach einem Brand abgetragen worden. Gut sichtbar ist hingegen das Gebäude Wiener Straße 20, das ehemalige Kaiserwirtshaus, das 1813 zum ersten Mal erwähnt wurde. Wenn man das Gebäude in der Bildmitte auf dem nachstehenden Bild mit dem darunter gezeigten Foto vergleicht, so hat sich das Aussehen des Hauses kaum geändert.

Auf dem nebenstehendem Bild ist das Gebäude im aktuellen Zustand zu sehen.

Erst in den Sechzigerjahren wurden rechts die Auslagen eingebaut, die linken Schaufenster wurden erst 2001 geschaffen. Dahinter der Gebäudekomplex des ehemaligen Klosters.


Eine sehr detaillierte Abhandlung über die Geschichte des Klosters (Franz Thiel aus dem Jahr 1939) kann man nachstehend finden:

 

Thiel: Das Kapuzinerkloster in Poysdorf